PRESSEMITTEILUNG
Kommissionierwagen drahtlos an das Lagerverwaltungssystem angebunden
"Pick by Light" auch in mobilen Anwendungen
Bei stationären Anwendungen, z.B. an Durchlaufregalen, hat sich das "Pick by Light"-Prinzip bewährt. Als Innovation gibt es dieses System jetzt auch auf einem Kommissionierwagen. Was zunächst vielleicht befremdlich erscheint, bringt bei näherem Hinsehen deutliche Vorteile: Wenn im Lager mehrere Kommissionieraufträge gleichzeitig beleglos abgearbeitet werden sollen, spart das "Pick Cart" der KBS Industrieelektronik GmbH Zeit und verkürzt die Wege. Bis zu 40 Aufträge kann das Personal so auf einmal kommissionieren - immer geführt von den LED-Anzeigen.
Das LED-gesteuerte Kommissionieren nach dem "Pick by Light"-Prinzip bietet immer dann Vorteile, wenn man papierlos arbeiten und einen durchgängigen Informationsfluss erzeugen möchte - und wenn man darauf angewiesen ist, Fehler beim Kommissionieren zu vermeiden. Aus diesen Gründen ist "Pick by Light" z.B. in der Pharmaindustrie weit verbreitet. Aber auch in vielen anderen Branchen setzt sich diese Kommissioniertechnologie zunehmend durch - zum Beispiel in der Kfz-Zulieferindustrie, in der Bürotechnik-Distribution und im Haustechnik-Großhandel.
Beleglos und schnell kommissionieren
Das Prinzip ist ganz einfach: Über eine Anzeige unmittelbar am Lagerplatz erfährt der Bediener, welchen Artikel er in welcher Anzahl kommissionieren soll. Nachdem er über einen Taster den Kommissioniervorgang quittiert hat, wird er zu einem anderen Artikel geführt, wo er dann den nächsten "Pick" tätigt.
Diese Lösung hat nicht nur den Charme, dass man auf Papierbelege verzichten kann; das Lagerpersonal muss auch keine separaten Datenerfassungsgeräte mitnehmen. Außerdem spart die Bedienerführung, die mit einer Routenoptimierung kombiniert werden kann, Zeit: Das beschleunigt die Vorgänge im Lager.
Lieber flexibler?
Klassischerweise kommt diese Technologie an Durchlaufregalen für Schnelldreher, aber auch an Fachbodenregalen zum Einsatz. Als Nachteil der "Pick by Light"-Kommissionierung wird oft die relativ aufwändige Ausstattung der Regalfächer mit Anzeigen angesehen. Sie hat zur Folge, dass man festgelegt ist, was die Aufteilung der Regalfelder angeht. Auch ist der konstruktive Aufwand der Installation und Verkabelung aller Anzeigeelemente ein Hindernis, der manche Anwender abschreckt.
Diese Nachteile können mit dem PickTerm-System der KBS Industrieelektronik GmbH als beseitigt gelten: Für die Anzeige und Quittierung verwendet man modulare Einheiten, die einfach auf ein Trägerprofil aufgeschnappt werden; die Versorgung mit Energie und Signalen übernimmt eine Kontaktleiste (Bild 1). Man muss also nur das Trägerprofil fest installieren und kann die Anzeigeelemente bei Bedarf an anderer Stelle platzieren; auch weitere Baugruppen wie z.B. ein Scanner-Interface kann man einfach in das Profil einsetzen. Dies lässt sich sogar im laufenden Betrieb erledigen: Die einzelnen Bedien- und Anzeigeelemente konfigurieren sich jeweils automatisch; selbst die aktiven Kommissionierpositionen bleiben dabei erhalten. Flexibler geht es nicht.
Der nächste Entwicklungsschritt: Integration der drahtlosen Kommunikation
Der nächste Entwicklungsschritt des PickTerm-Systems hat schon stattgefunden: die Integration der drahtlosen Kommunikation (Bild 2). Das erweitert die Möglichkeiten der "Pick by Light"-Kommissionierung. KBS hat zum Beispiel ein PickTerm-System auf einem Flurförderzeug verwirklicht, das mehrere Kundenaufträge gleichzeitig kommissioniert.
Kommissionierwagen mit "Pick by Light"
Für denselben Einsatzzweck gibt es auch noch einfachere Fahrzeuge: Der "Pick Cart" schafft die Voraussetzung für die beleglose, fehlerfreie Kommissionierung mit ganz simpler "Hardware". Dazu benötigt man im ersten Schritt nur einen Transportwagen, wie man ihn in jedem Lager findet. Die einzelnen Etagen oder Behälterplätze auf diesem Wagen werden mit dem PickTerm-Trägerprofil versehen, an denen man die gewünschte Anzahl von Anzeige- und Bedienelementen anbringt. Die Wagen sind mit einem batteriegestützten Funkmodul ausgestattet, das mit dem zentralen Lagerverwaltungsrechner oder einer anderen übergeordneten Steuerung kommuniziert (Bild 2).
Effizientes Kommissionieren aus dem Kleinteileregal
Zu den zufriedenen Anwendern dieser Wagen, die einfach aussehen, aber eine echte High-Tech-Kommissionierung erlauben, gehört die GC-Gruppe mit Hauptsitz in Stuhr bei Bremen. Die aus der Cordes & Gräfe KG hervorgegangene Gruppe besteht aus rund mittelständischen und eigenständigen Unternehmen, die sich zu einem bundesweit tätigen Großhandel für Haus- und Sanitärtechnik zusammengeschlossen haben. Einige Gruppenmitglieder - darunter die AMG Haustechnik GmbH & Co. KG in Alsdorf bei Aachen - haben schon mehrere Kommissionierwagen im Einsatz, nun hat der zentrale Einkauf von GC weitere 50 Stück für mehrere Standorte bestellt.
Zusammenspiel von PickTerm und Pick Cart
Die Pick Carts kommen bei der Kleinteile-Kommissionierung zum Einsatz, für die die GC-Mitglieder Lifter einsetzen. Der Bediener meldet sich über einen Scanner, der auf dem Wagen mitgeführt wird, an der jeweiligen Kommissionierzone an, in der mehrere Regale installiert sind (Bild 10). Daraufhin wird das entsprechende Tablar mit einer Pick by Light-Anzeige präsentiert, die den Bediener zum richtigen Produkt führt (Bild 8). Der Kommissionierwagen ist mit zwölf Behältern bestückt, die auch wiederum mit Pick-to-Light-Anzeigen ausgestattet sind. Sie zeigen, für welchen Auftrag die kommissionierte Ware gebraucht wird. Ulrick Staudal, Logistik-Verantwortlicher der GC-Gruppe: �Auf diese Weise können zwölf Aufträge zugleich als Batch abgearbeitet werden: Das beschleunigt die Kommissionierung, weil unter anderem eine erhebliche Optimierung der Wegezeiten möglich wird.� Zudem müssen die Bediener keinen Scanner mitführen, weil sie die Pick-Vorgänge direkt am Regal quittieren (Bild 7). Sie haben also beide Hände frei - auch das sorgt für schnelle Kommissioniervorgänge.
Ideal für das Multi-Order-Picking
Die IWL AG, ein Consulting- und Planungsunternehmen für Logistik, hat ebenfalls schon Projekte mit den KBS-Kommissionierwagen realisiert. Planer Roland Görz: "Eine solche Lösung ist - in Verbindung mit einem ortsfesten Pick by Light-System - immer dann wirtschaftlich, wenn man ein Multi-Order-Picking realisieren will." Aktuell arbeitet IWL an drei Lager-Lösungen, bei denen auch mobile Pick by Light-Systeme in Kombination mit einer stationären Anlage zum Einsatz kommen sollen. Es handelt sich um Projekte bei einem Pressegrossisten, in der Lebensmittel- und Drogerieartikel- Großhandelsdistribution (hier werden aus einem Sortiment von rund 7.000 Artikeln wöchentlich 400 Einzelhändler beliefert) und in der Konsumgüterindustrie (4.500 Artikel). Dabei sollen von einer Person bis zu 40 Aufträge hoch effizient in einem "Batch" parallel abgearbeitet werden.
Pharma-Distribution: Fehlerfreie Kommissionierung
Die MPA Pharma GmbH in Trittau nutzt das teilweise kräftige Preisgefälle auf dem europäischen Markt für Arzneimittel, um Deutschlands Apotheken und dem Großhandel Medikamente kostengünstiger anzubieten. Für die Zusammenstellung der Aufträge setzt MPA im Logistikzentrum 16 Kommissionierwagen von KBS ein. Wenn das Lagerpersonal mit einem Wagen ins Lager geht, meldet es sich mit einem Scanner am I-Punkt beim Lagerverwaltungsrechner an und lässt Barcode-Etiketten für die Kennung der Kartons ausdrucken: Das Kommissieren kann beginnen. Den PickTerm-Anzeigen an den Regalen sowie an den Wagen werden dabei die jeweils entsprechenden Informationen übermittelt. Nach dem Quittieren des aktuellen Kommissionierauftrags wird der nächste Auftrag angezeigt. Da in der Pharmaindustrie besonders strenge Anforderungen an die fehlerfreie Zusammenstellung der Sendungen gestellt werden, scannt der Bediener nach jedem "Pick"-Vorgang den Barcode eines der Artikel ein. Das System erkennt Fehler sofort und gibt eine entsprechende Meldung aus.
Sinnvolle Ergänzung
Die Beispiele zeigen, dass das Pick Cart-Fahrzeug eine sinnvolle Ergänzung des stationären Pick by Light-Systems ist, und dass sein Einsatz immer dann Vorteile bringt, wenn mehrere Aufträge gleichzeitig beleglos kommissioniert werden sollen. Die zweifache Bedienerführung am stationären Regal und am Fahrzeug schafft die Voraussetzung für hohe Fehlersicherheit, zugleich kann man kurze Wege realisieren und auf diese Weise die Kommissionierzeiten reduzieren: So kommt zusätzliche Effizienz in die Kommissioniervorgänge.
Bildunterschriften
Bild 1
Durch Plug & Pick-System ist einfachste Montage gesichert.
Bild 2
Drahtlose Kommunikation dank WLAN-Gerät
Bild 3 und 4
Intelligente Bedienerführung durch kostengünstige Textanzeige wie Ziel, Menge, Artikel und Charge
Bild 5 und 6
Spezielle Räder sorgen für eine Verbesserung der Mobilität und Bedienung des Kommissionierfahrzeuges
Bild 7 bis 13
AMG Haustechnik in Alsdorf
Bild 14 bis 16
MPA Pharma in Trittau
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