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PRESSEMITTEILUNG
Moderne Homöopathie auch in der Logistik up to date
Mit einer Investition von rund zwei Millionen Euro verdoppelte die Biologische Heimittel Heel GmbH bei gleicher Fläche ihre Kommissionier-Leistung. Die KBS Industrieelektronik GmbH lieferte die Pick-by-Light-Technik und den Materialflussrechner.
Im Jahr 2005 sollte Günter Eichler, Leiter der Logistik von Heel, den Warendurchsatz seines Kommissionierlagers um 100 Prozent steigern – und das auf der selben Fläche und einer vergleichbaren Personalstärke wie bisher. Der Hintergrund der Herausforderung war durchaus erfreulich. Der steigende Umsatz und die damit verbundene Erhöhung der Produktion verlangte nach neuen Logistik-Konzepten. Diese wurden von Eichler zusammen mit der OTB AG aus Basel, einem Industrieplaner, erarbeitet.
Rotierende Mitarbeiter
An dem 1991 eingeführten Kommissionier-Verfahren nach dem Pick-by-Light-Prinzip, kurz „PbL“, wollte Eichler festhalten. Bei PbL werden keine Auftrags- oder Kommissionierpapiere mitgeführt, so dass sich die Mitarbeiter auf die Pick-Tätigkeit konzentrieren können. Sie haben beide Hände frei und verlieren keine Zeit für das Suchen von Auftragspositionen oder das Lesen und Abhaken von Belegen. „Die lichtgesteuerte Technik ist zudem leicht zu erlernen und ermöglicht den Mitarbeitern, sich auf die korrekte Entnahme der richtigen Produkte zu konzentrieren“, so der Logistik Leiter aus Baden-Baden. Die gute Ergonomie der Pick-by-Light-Technik sei um so wichtiger, weil die Mitarbeiter der Bereiche Versand, Lager, Kommissionierung und Transport bei Heel nach dem Rotationsprinzip eingesetzt werden.
Aufwendige Validierung
Im Zuge der Erneuerung entschied sich Eichler nicht nur für ein geändertes Layout der Kommissionier-Zonen, sondern auch für neue Steuerungs-Systeme für die Lagerverwaltung und den Materialfluss. Die rund Tausend PbL-Anzeigemodule und die Fördertechnik für Paletten und Kartons wurden ebenfalls ausgetauscht. Insgesamt investierte Heel rund zwei Millionen Euro in die Modernisierung seiner Anlagen. Bei der Auftragsvergabe für den Materialflussrechner sowie die gesamte Pick-by-Light-Technik konnte sich die KBS Industrieelektronik GmbH aus Freiburg durchsetzen, da sie auch den in der Pharma-Industrie vorgeschriebenen strengen Validierungsregeln (s. Kasten) standhielten.
Erhöhte Lieferfähigkeit
Für KBS sprach aber auch die Beschaffenheit der PbL-Anzeigemodule. "Die Qualität der Module, das Anzeige-Konzept sowie die Ansteuerungs-Möglichkeiten haben uns überzeugt", erinnert sich Eichler. Die leichte Austauschbarkeit der Module durch die "Snap-In-Adaptierung" sorgt zudem für planerische Freiheit und einen problemlosen Austausch der Module bei einem etwaigen Defekt.
Hauptvorteil dieser Konstruktion ist, dass die Anzeigeelemente bei Bedarf schnell und ohne Werkzeug an anderer Stelle platziert werden können. Angesteuert werden die Module über einen Materialflussrechner, kurz MFR, der ebenfalls von KBS geliefert wurde. Der MFR kommuniziert mit dem Lagerverwaltungssystem (LVS). Die Trennung zwischen MFR und LVS ist ein weiteres Novum bei Heel. „Dadurch können wir unsere Lieferfähigkeit weiter erhöhen, denn jetzt können wir zumindest im Notbetrieb arbeiten, wenn eines der beiden Systeme ausfallen sollte“, erklärt Eichler.
Verschiedene Lichtfarben
In Verbindung mit der ebenfalls neu installierten Fördertechnik änderte der Logistikleiter das Layout der gesamten Anlage. Im Gegensatz zu früher verlaufen die rund 400 Kommissionieraufträge mit etwa 4.000 Einzelpositionen nun im Rundlauf-Verfahren. Die Rollen- und Band-Förderer transportieren die Versand-Kartons kontinuierlich durch fünf Kommissionier-Zonen. Dort werden die Waren je nach Mengenaufkommen von Euro-Paletten, aus einzelnen Paketen im Schrägrollenlager oder Paternoster-Systemen entnommen. Dafür stehen 12 Paternostersysteme, drei Zeilen mit Schrägrollen-Regalen und zwei Palettenregale zur Verfügung.
Am Beginn seiner "Reise" durch die Kommissionierzonen wird jeder Karton mit einem Barcode-Etikett versehen und manuell auf die Rollenbahn aufgesetzt. Das Etikett enthält alle notwendigen Auftragsinformationen, die an den Abzweigungen zu den einzelnen Kommissionierzonen gescannt werden.
Je nach Auftrag stellt der MFR die "Weichen", um anschließend in den relevanten Kommissionierbereichen die Lichtmodule anzusteuern. Dabei zeigen die einzelnen Displays Ort und Menge der zu entnehmenden Produkte an. Jeder Kommissioniervorgang wird über eine Taste durch den Mitarbeiter quittiert. Verschiedene Lichtfarben informieren dabei über den Auftragsstatus. Nachdem jeder Versandkarton die notwendigen Stationen durchlaufen hat, erreicht die Sendung einen von vier Packplätzen. Dort werden die kommissionierten Pakete versandfertig gemacht und gelangen von dort über einen Bandförderer zur Abholstation.
Die gesamte Umstellung bewältigten Eichler und sein Team fast zeitgleich und im laufenden Betrieb. Unterstützt wurden sie dabei durch den Unternehmensberater Klaus Brossok von der OTB AG.
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